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Verein

Am 1. November 1926 fanden sich acht junge Sportler zusammen mit dem Willen, den Sport zu heben und einen Fußballverein ins Leben zu rufen. In dem Wunsche, dass dem Verein noch viele Jahre beschieden sein mögen, schreiben wir die Gründer zur Erinnerung nieder: Ludwig Happel, Otto Fett, Robert Ruckelshausen, Ernst Happel, Heinrich Schmandt, Albert Knorr, Georg Buß, Otto Burger. So lautet ein Teil des Titelblattes des 1. Protokollbuches, überschrieben „Die Gründung des Fußballclubs Teutonia Steinberg“. Noch im selben Monat November setzten die Fußball begeisterten jungen Männer ihr Vorhaben in die Tat um und organisierten ein Spiel gegen den FC Steinbach. Die Mannschaftsaufstellung bei diesem Spiel: Albert Knorr – Otto Burger, Robert Ruckelshausen – Georg Buß, Ernst Happel, Otto Fett – Heinrich Schmandt, Ludwig Happel, Otto Happel, Ludwig Buß, Otto Buß.

Auch wenn nach diesem ersten Spiel einige Unstimmigkeiten auftraten, so war in den jungen Sportlern doch der Wunsch erwacht, ihren Sport künftig intensiver zu betreiben und zu diesem Zweck einen Verein zu gründen. Nahe liegend war es natürlich für diese jungen Männer, deren Treffpunkt im übrigen das Gasthaus „Zum Grünen Baum“ im Ortsteil Steinberg war, sich als Gegner für das nächste Spiel eine Mannschaft aus dem Ortsteil Watzenborn auszusuchen, denn auch dort hatten sich zu jener Zeit Fußball spielende Männer zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Es wurden zwei Spiele vereinbart, wobei das Hinspiel am 2. Weihnachtsfeiertag ausgetragen wurde und einen unentschiedenen Ausgang nahm. Am Neujahrstag 1927 kam schließlich das Rückspiel zur Austragung, das vor einer bemerkenswert stattlichen Zuschauerkulisse ebenfalls unentschieden endete. Da in Ermangelung eines Sportplatzes die Ausübung des Wettkampfsports auf Wiesengelände – die Spiele wurden seinerzeit auf der Mockswiese ausgetragen – ab dem Frühjahr streng untersagt war, blieben die jungen Fußballer in der Folgezeit in ihrem Tatendrang weitestgehend zur Passivität verurteilt. Sie verlagerten ihre Anstrengungen auf eine andere Ebene und intensivierten die Bemühungen, den Boden für eine Vereinsgründung zu bereiten. So wurde ein Satzungsentwurf erstellt, der am 30. Oktober 1927 von zahlreich erschienenen Fußballfreunden im Gasthaus „Zur Wetterau“ verabschiedet wurde. Dem damit aus der Taufe gehobenen neuen Verein gab man nach längeren Beratungen in Anlehnung an den bereits bestehenden Fußballclub Teutonia Steinberg bei Gedern ebenfalls den Namen „Teutonia“ und als Vereinsfarben wurden zunächst die Farben Blau-Gelb ausgewählt. Unter diesen Farben trat der junge Verein dem Westdeutschen Spielverband bei und trug schon im Jahre 1928 seine ersten Verbandsspiele aus.

Schon sehr bald konnten die Vereinsverantwortlichen – auf Otto Happel und Fritz Müller folgte schließlich im Spieljahr 1929/30 Heinrich Harnisch im Amt des 1. Vorsitzenden – erfreut registrieren, dass der neue Fußballverein eine starke Anziehungskraft auch und gerade auf Jugendliche ausübte und damit eine gesunde Basis für die Bildung einer Jugend- und Schülermannschaft gegeben war. Die 1. Mannschaft spielte zunächst in der B-Klasse, konnte aber besonders nach der Übernahme der Vereinsführung durch Heinrich Harnisch ihre Position in Folge des enormen Zustroms neuer Vereinsmitglieder, zumal aus dem Ortsteil Watzenborn, weiter festigen, so dass der Aufstieg in die A-Klasse keinesfalls überraschend kam. Heinrich Harnisch und seinem Mitarbeiterstab gelang es jedenfalls in vorbildlicher Weise, den Verein so auszubauen, dass die Teutonia Watzenborn-Steinberg – der Name Teutonia Steinberg war mittlerweile auf Antrag der Watzenborner Mitglieder Albert Pitz und Otto Wehrum durch Beschluss der Jahreshauptversammlung in Teutonia Watzenborn-Steinberg umgewandelt worden – in Fußballerkreisen allenthalben Achtung und Ansehen genoss.

In diese Gründerjahre fallen noch andere weit reichende Entscheidungen. So zum Beispiel die Wahl der Gaststätte „Zur Wilhelmshöhe“ zum Vereinslokal und der Entschluss, von den ursprünglich ausgewählten Vereinsfarben Blau-Gelb zugunsten von Grün-Weiß abzurücken, was nicht zuletzt auch im damals entstandenen Vereinslied „Grün und Weiß, wie lieb ich Dich“ einen klangvollen Ausdruck gefunden hat.

Ein ganz besonderes Kapitel unserer Vereinsgeschichte stellt darüber hinaus die Sportplatzepisode dar. Bevor 1931 der Sportplatz an der Neumühle fertiggestellt war, wurde auf den Wiesen Bei der Dickmühl, auf der Mockswiese, Am Pfaffenweg in der Nähe des Hofes Obersteinberg und am Kirschenköppel oberhalb der Leimenkaute gespielt. Dies waren natürlich nichts anderes als allenfalls provisorische Lösungen, die den Verein auf Dauer nicht befriedigen konnten. Andererseits stand die Fußballbegeisterung vieler junger Leute seinerzeit in krassem Gegensatz zum Meinungsbild der damaligen Gemeindeverwaltung, die das Treiben der Sportler argwöhnisch oder gar mit schroffer Ablehnung verfolgte. So bedurfte es mühsamer und langwieriger Verhandlungen mit der Gemeindevertretung, bis man das Gelände an der Neumühle für den Bau eines Sportplatzes zugesprochen bekam. Dieser Umstand markiert zweifellos einen wesentlichen Meilenstein in der noch jungen Vereinsgeschichte, war doch mit der Errichtung einer eigenen Heimstätte nochmals ein kräftiger Mitgliederzuwachs und ein weiterer sportlicher Aufschwung untrennbar verbunden.

Kontakt

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg e.V.

Postfach 1144, 35415 Pohlheim

SCT Sportpark Wetzlar, 35576 Wetzlar

info@sc-teutonia.de